RAUFUßHÜHNER-MONITORING


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Auerwild, Birk- und Hasel- sowie das Schneehuhn zählen zu den heimischen Raufußhühnern, die bestens an rauhe und karge Umweltbedingungen im Gebirge angepasst sind. Ihre namensgebenden Befiederung der Füße erleichtern ihnen die Fortbewegung auf Schnee, extreme Kälte überdauern sie durch spezielle Anpassungen im Federbau (Afterschaft) oder in selbst gegrabenen Schneehöhlen wie beim Birkhuhn. Außerdem sind sie hoch effiziente Nahrungsverwerter, die selbst mit harten und nährstoffarmen Nadeln und Pflanzenfasern zurechtkommen.

Doch so gut sich die Raufußhühner angepasst haben, so schlecht können sie auf Veränderungen ihrer Lebensräume reagieren. Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft (zB. Aufgabe der Waldweide), aber auch eine zerschnittene Landschaft und intensive Freizeitaktivitäten durch den Menschen sind zu einem massiven Problem geworden. Der Klimawandel und damit der Anstieg der Wald- und Baumgrenze dürfte zukünftig zu weiteren Rückgängen zB. vor allem beim Alpenschneehuhn führen. Dadurch sind Raufußhühner heute in vielen Regionen Europas stark gefährdet oder in Tieflagen mittlerweile ganz verschwunden. Tirol stellt dabei eine positive Ausnahme dar, die Populationen gelten derzeit weitestgehend als gesichert. Allerdings kommt es auch in Tirol zu immer mehr Störungen, Lebensraumverlusten und Gefährdungen.

Bereits seit 2011 wird vom Land Tirol in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Jägerverband und der Universität Innsbruck ein Bestands-Monitoring der Raufußhühner in vier Referenzgebieten in Tirol (zB. Osttirol) durchgeführt. Es sollen im Abstand von 5 Jahren die Bestände von Auer- und Birkhühnern sowie Hasel-, Schnee- und Steinhühnern untersuchen, wobei der Fokus der Untersuchungen auf genetischen Analysen liegt, die die Basis für die Bestandsschätzung darstellen. Von der Tiroler Landesregierung werden zusätzlich  Maßnahmen zur Pflege des Lebensraumes von Auerhühnern sowie der anderen Raufußhuhn-Arten und des Steinhuhns im Zuge eines eigenen Programms finanziell gefördert. (Quelle: B Artenschutzförderung | Land Tirol).

Im Referenzgebiet 4 „Osttirol“ wurde im Frühjahr 2024 im Auftrag des Landes Tirol – Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht nach 2014 und 2019 wieder ein Monitoring gestartet. Die Geländearbeiten und Interpretation der genetischen Analyseergebnisse werden 2024 vom Verein Lechforschung2050+ als Auftragnehmer durchgeführt wird. Das Gebiet umfasst das Osttiroler Defereggental sowie das vordere, orografisch rechtsseitig gelegene Virgental und Teile des Iseltales in den Gemeindegebieten von St. Jakob in Defereggen, St. Veit in Defereggen, Hopfgarten in Defereggen, Matrei in Osttirol und Virgen.

Im Rahmen der Auftragsvergabe führt die Lechforschung2050+ Kartierarbeiten, Balzplatzzählungen, sowie Geschlechts- und Individuen-Bestimmungen auf Basis von genetischen Analysen und dem Vergleich mit den Perioden 1 (2011-14) und 2 (2016-2019) durch. Darüber hinaus übernimmt der Verein die Information an die Jägerschaft über den Zeitpunkt der Kartierungen, ebenso wie Probeentnahmen, Erstellung von Aufnahmebögen, Datensicherung, Digitalisierung und Berichtslegung. Die Monitorings-Arbeiten für das Referenzgebiet 4 wurden im März 2024 gestartet und sollen bis zum Jahresende 2024 abgeschlossen sein. Für das Jahr 2026 sind weitere Monitorings für das Referenzgebiet 1 in Ausarbeitung.

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